Google Wave

Google Wave wurde das erste Mal am 27. Mai 2009 bei der jährlichen Google I/O (eine der größten Web-Developer-Konferenzen) vorgestellt.

Es ist nicht einfach, Google Wave schnell und verständlich zu erklären, dennoch tut es dieser Satz recht gut: Google Wave ist so wie E-Mail, wenn es heute erfunden worden wäre. Das E-Mail-Protokoll, das wir bis heute verwenden, ist ziemlich veraltet, um genau zu sein wurde es schon vor rund 40 Jahren entwickelt. E-Mail war auch ursprünglich nicht für Attachments, sondern nur für simple, asynchrone Text-Übertragung gedacht.

Google Wave geht einen Schritt weiter. Es ermöglicht all die Vorzüge, die wir heute von Blogs, Wikis, Instant Messaging usw. gewohnt sind. Wie das gehen soll? Eine Wave liegt immer an einem zentralen Ort (Server), auf den alle gemeinsam zugreifen. Das ist ein fundamentaler Unterschied zu E-Mail, wo verschiedene Kopien von Benutzer zu Benutzer (Clients) hin- und hergereicht werden. Wave ermöglicht daher sowohl asynchrone Kommunikation (genauso wie E-Mail) als auch synchrone Kommunikation (so ähnlich wie Instant Messaging), mit dem Unterschied, das man live sehen kann, was der andere/die anderen gerade tippen.

Im Folgenden zähle ich ein paar Punkte auf, die, wie ich glaube, in den nächsten Jahren Wave zum Erfolg verhelfen werden:
1) Wave ist ein offenes Protokoll:
Auch andere Firmen (selbst Microsoft) können ihren eigenen Wave-Server aufsetzen und somit den Wave-Service für ihre Kunden anbieten.
2) API’s: Wave bietet Schnittstellen für Webentwickler und Programmierer an, die eine einfache Erweiterbarkeit ermöglichen.
3) Gadgets: Gadgets sind Erweiterungen, die sich in Waves einbinden lassen. Schon jetzt gibt es viele mehr oder weniger sinnvolle Gadgets, die beispielsweise das gemeinsame Editieren von Einkaufslisten, Rezepten, Arbeitsprojekten usw. ermöglichen. Es gibt auch Gadgets für Videokonferenzen, gemeinsames Zeichnen und Sudokus.
4) Robots: Robots sind etwas anders als Gadgets. Auf den ersten Blick sehen sie aus, wie ein normaler User. In Wahrheit aber sind sie Programme (quasi Roboter), die an der Wave teilnehmen. Es gibt beispielsweise Robots, die geschriebene Texte live(!), also schon während sie getippt werden, in beliebige Sprachen übersetzen. Das ermöglicht (theoretisch) die synchrone Kommunikation zwischen Benutzern unterschiedlicher Muttersprache und könnte für die Zukunft von fundamentaler Bedeutung sein (Stichwort Globalisierung). Andere Robots bessern z.B. Rechtschreibfehler aus oder formatieren Formeln via LaTeX.

Hier noch ein Video, das Google Wave kurz und bündig erklärt:

Google Wave kann man derzeit nur nutzen, wenn man dazu eingeladen wurde. Ich verlose 6 Einladungen. Einfach ein Kommentar mit Mail-Adresse hinterlassen und meinen Blog weiterempfehlen, indem ihr ihn auf eurer Website, Facebook oder Twitter verlinkt. (Tipp: statt dem @-Zeichen am besten etwas anderes schreiben, z.B. # oder “ätt”, um nicht von Spam-Bots in die Spam-Liste aufgenommen zu werden).

Die ersten 6 bekommen dann eine Einladung.

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